Gloria Mundi – Rückkehr nach Marseille

Ein Film von Robert Guédiguian

Mit Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Anaïs Demoustier, Robinson Stévenin, Lola Naymark, Grégoire Leprince-Ringuet

2019 – FRANCE / ITALY 107 min. – 1.85 – 5.1

Dezember 2021 im Kino dt. synchronisiert und OmU

Die Geschichte einer Familie im heutigen Marseille.
In Marseille versammelt sich eine Familie nach der Geburt der kleinen Gloria. Doch trotz der Freude über ihr erstes Kind, gehen die jungen Eltern durch harte Zeiten. Bei ihren Versuchen, über die Runden zu kommen, brauchen sie die Hilfe der ganzen Familie, auch von Glorias Großvater, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist.
In seinem neuen Film zeichnet Robert Guédiguian eine neokapitalistische Welt in der bürgerliche Existenzen zerbrechlich sind wie Kartenhäuser und die, die noch für eine gesellschaftliche Solidarität eintreten möchten haben fast keine Mittel mehr dazu.

OT: sic transit gloria mundi - so vergeht der Ruhm der Welt

„Um Marx zu paraphrasieren: Wo immer der Neokapitalismus regiert, hat er brüderliche, freundschaftliche und solidarische Beziehungen zerschlagen, Mitmenschlichkeit zerstört und keine andere Verbindung zwischen den Menschen hinterlassen als kalte Zinsen und hartes Geld... Er hat all unsere Träume in den eisigen Wassern der egoistischen Berechnung ertränkt. Das ist es, was dieses dunkle soziale Märchen durch die Geschichte einer wiederhergestellten Familie zeigen will, die so zerbrechlich ist, wie ein Kartenhaus...


Ich habe immer gedacht, dass das Kino uns bewegen sollte, manchmal indem es uns ein Beispiel zeigt für die Welt, wie sie sein könnte, und manchmal, indem es uns die Welt zeigt, wie sie ist... Kurzum, wir brauchen sowohl Komödien als auch Tragödien, um unseren Lebensstil weiterhin zu hinterfragen... Und wir müssen uns in diesen unruhigen Zeiten mehr denn je selbst in Frage stellen, damit wir uns nicht der Illusion hingeben, dass die Gesellschaften, in denen wir leben, nicht verändert werden können.“ Robert Guédiguian

Ariane Ascaride erhielt beim Filmvestival von Venedig 2019 den Preis als beste Darstellerin.

Pressestimmen: Gloria Mundi
"Ein zu Herzen gehendes, einnehmendes, bittersüßes Familiendrama. Ein sanft bissiger Blick auf die Gig-Economy und die Kluft zwischen den Generationen. Guédiguian bewegt sich in den ruhigeren Rhythmen des klassischen Naturalismus. Er arbeitet mit der gleichen Truppe hervorragender Schauspieler, die allesamt starke Leistungen erbringen. Das Zusammenspiel zwischen den Möchtegern-Rivalen Darroussin und Meylan ist vielleicht die am besten gezeichnete Beziehung. Ascaride, die weit mehr als nur die Muse ihres Mannes ist, findet in Sylvie wunderbare Töne, die sie spielen kann. Es ist ungewöhnlich, eine Frau in Ascarides Alter mit so viel Rücksicht auf ihr Innenleben gezeichnet zu sehen. Guédiguian erzählt die Geschichte seiner Generation mit Mitgefühl und Einfühlungsvermögen.“ Variety – Jessica Kiang

"Ein dunkles, aber nicht verzweifeltes Porträt einer Welt, in der moralische Werte und persönliche Bindungen brutal entwertet werden, obwohl die Hoffnung auf Erlösung noch besteht. Alle Hauptdarsteller sind charakteristisch in Form und spielen ihre Rollen mit absoluter Präzision. Dies ist vor allem Meylans Film, sein bärenhafter Einzelgänger entpuppt sich als dostojewskischer Erlöser und Kraftprotz. Die unaufdringliche, auf den Punkt gebrachte Fotografie trägt dazu bei, das Wesen der Figuren in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig die jüngsten Veränderungen der Stadt Marseille, die Guédiguian im Laufe der Jahre stets als Kulisse diente, darzustellen. Eine solide Ergänzung zu seinem Kanon. Guédiguian ist in der Tat der Ken Loach Frankreichs".
Screen – Jonathan Romney

"Dank der erzählerischen Meisterschaft von Guédiguian ist Gloria Mundi nie didaktisch. Guédiguian hat offensichtlich den Glauben an die Menschen selbst nicht verloren. Er setzt seinen Kampf für eine bessere Welt beharrlich fort - und wir schauen ihm immer wieder gerne zu, weil seine Protagonisten nie zum Mittel zum Zweck verkommen, sondern eine Wärme ausstrahlen, die so viel mehr wert sein sollte als alles Geld der Welt."
Filmstarts – Christoph Petersen